Warum intelligente Menschen so oft an sich zweifeln

Nachdenkliche Frau im Halbprofil. Blogartikel über Intelligenz, Selbstzweifel und Selbsterkenntnis von Michele Stoffler

Sie haben gute Ideen, übernehmen Verantwortung und denken voraus. Trotzdem stellen sie sich immer wieder dieselbe Frage: Bin ich wirklich gut genug?

Das wirkt zunächst widersprüchlich. Man würde erwarten, dass gerade kluge, kompetente Menschen besonders selbstsicher sind. Oft ist jedoch genau das Gegenteil der Fall und dafür gibt es gute Gründe.

Wer viel weiss, sieht auch mehr Lücken

Wer komplex denkt, betrachtet eine Situation selten nur aus einer Perspektive. Während andere längst handeln, wägt der Kopf noch Risiken, Folgen und Alternativen ab. Das ist keine Schwäche, sondern die natürliche Folge differenzierten Denkens.

Dazu kommt: Je mehr Wissen ein Mensch besitzt, desto klarer sieht er auch, wie viel er noch nicht weiss. Menschen mit weniger Wissen überschätzen sich dagegen oft, weil ihnen die Informationen fehlen, um die Komplexität einer Sache überhaupt zu erkennen. Man kennt dieses Muster als Dunning-Kruger-Effekt. Es erklärt, weshalb Selbstzweifel nicht gegen Kompetenz sprechen, sondern eher dafür.

Der Kopf findet immer noch ein Gegenargument

Intelligente Menschen sind ausgezeichnete Problemlöser. Leider oft auch gegenüber den eigenen Gedanken. Kaum entsteht eine Entscheidung, liefert das Gehirn auch schon die Gegenposition. Aus "Das könnte funktionieren" wird kurz darauf ein "Ja, aber was, wenn…?". Jedes Argument trifft auf ein Gegenargument und der Kopf hört einfach nicht auf zu rattern.

Verstärkt wird das durch hohe eigene Ansprüche: Wer nichts Halbherziges abliefern und niemanden enttäuschen will, beurteilt sich selbst oft kritischer als das Umfeld. Andere sehen eine kompetente Persönlichkeit… Selbst sieht man aber vor allem, was noch besser sein könnte.

Selbstzweifel und Selbstreflexion sind nicht dasselbe

Selbstreflexion ist wertvoll: Sie ermöglicht Wachstum und verhindert Überheblichkeit. Problematisch wird es erst, wenn daraus ständiges Infragestellen wird, jede Entscheidung erneut geprüft wird, jeder Erfolg relativiert und Lob kaum angenommen werden kann. Dann richtet sich die eigene analytische Stärke gegen einen selbst.

Was ich in meiner Arbeit immer wieder beobachte

Immer wieder sitzen mir in meinen Face Readings Menschen gegenüber, die Empathie, Verantwortungsbewusstsein, kreatives Denken und natürliche Führungsqualitäten mitbringen. Nur allzu oft sehen sie das selbst nicht.

Immer wieder beobachte ich dasselbe Muster

Menschen erkennen die Stärken und Potenziale anderer oft auf den ersten Blick. Die eigenen hingegen übersehen sie oder halten sie für selbstverständlich. Der Blick richtet sich häufig auf das, was vermeintlich fehlt, noch besser sein könnte oder noch nicht erreicht wurde. Der grösste Aha-Moment entsteht deshalb nicht, weil plötzlich neue Fähigkeiten auftauchen…

…sondern, weil sichtbar wird, was längst vorhanden ist.

Genau darin liegt für mich der Wert eines Face Reading. Nicht, weil ich einem Menschen etwas Neues gebe. Sondern weil ich sichtbar mache, was bereits in ihm angelegt ist.

Der Weg aus den Selbstzweifeln

Selbstzweifel verschwinden nicht durch noch mehr Nachdenken oder noch mehr Meinungen. Sie werden kleiner, wenn man sich selbst realistischer wahrnimmt und die eigenen Stärken nicht länger als selbstverständlich abtut. Wer erkennt, wie er von Natur aus denkt, entscheidet und mit anderen umgeht, gewinnt Orientierung. Aus Orientierung entsteht Vertrauen und aus Vertrauen innere Ruhe.

Fazit

Intelligenz schützt nicht vor Selbstzweifeln. Im Gegenteil. Je differenzierter jemand denkt, desto mehr Fragen stellt er sich und desto höher sind oft die eigenen Ansprüche. Selbstzweifel sind deshalb kein Beweis für fehlende Fähigkeiten, sondern häufig ein Zeichen für differenziertes Denken.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht "Bin ich gut genug?", sondern: “Sehe ich mich selbst so klar, wie ich andere sehe?” Manchmal fehlt nicht mehr Wissen. Manchmal fehlt der Blick auf das, was schon längst in dir angelegt ist. Genau hier beginnt meine Arbeit. Nicht, indem ich dir sage, wer du sein sollst. Nicht, indem ich versuche, dich zu verändern. Sondern indem ich sichtbar mache, was bereits in dir angelegt ist.

Möchtest du dich selbst klarer sehen?

In einem Face Reading machen wir gemeinsam sichtbar, was bereits in dir angelegt ist: Deine Stärken, Potenziale und natürlichen Verhaltensmuster.

Wenn du herausfinden möchtest, was dein Gesicht über dich erzählt, freue ich mich darauf, dich kennenzulernen.

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