Warum Kommunikation nicht bei jedem gleich funktioniert

Du erklärst zwei Menschen dieselbe Sache. Der eine versteht sofort, worauf du hinauswillst. Das Gespräch läuft leicht, ihr seid schnell auf einer Wellenlänge.

Der andere reagiert zurückhaltend, fragt nach oder zögert. Er wirkt kritisch oder fühlt sich unter Druck gesetzt. Dabei hast du doch dasselbe gesagt.

Menschen hören dieselben Worte, aber sie brauchen nicht dieselbe Art von Kommunikation.

Wir sprechen mit anderen oft so, wie wir selbst angesprochen werden möchten

Wer schnell denkt und entscheidet, kommt gerne auf den Punkt. Wer gründlich abwägt, braucht mehr Informationen und Zeit. Ein direkter Mensch empfindet klare Aussagen als angenehm, während dieselbe Direktheit bei einem anderen fordernd wirkt.

Auch die Art, wie wir Informationen aufnehmen, unterscheidet sich. Manche möchten zuerst wissen, worum es im Grossen und Ganzen geht. Andere interessieren sich früh für Details. Manche denken im Gespräch laut, während andere ihre Gedanken erst für sich sortieren müssen.

Schwierig wird es, wenn wir davon ausgehen, dass unser eigener Kommunikationsstil auch für unser Gegenüber passt.

„Ich habe es doch ganz normal gesagt.“

Doch was bedeutet „normal“?

Für dich ist es selbstverständlich, eine Entscheidung schnell zu treffen. Dein Gegenüber möchte zuerst verschiedene Möglichkeiten durchdenken. Du gibst einen Lösungsvorschlag, weil du helfen möchtest. Die andere Person hätte sich gewünscht, dass du zunächst einfach zuhörst.

Du hältst dich bewusst zurück, weil du niemanden bedrängen möchtest. Dein Gegenüber interpretiert deine Zurückhaltung als mangelndes Interesse. Oder du formulierst eine Rückmeldung sachlich und direkt, während die andere Person stärker auf den Ton und die Beziehungsebene reagiert.

Wir reagieren nicht nur auf das, was jemand sagt. Entscheidend ist auch, wie das Gesagte bei uns ankommt.

Diese Unterschiede begegnen uns überall, wo Menschen miteinander kommunizieren. Im privaten Umfeld genauso wie im Beruf. Besonders deutlich werden sie dort, wo wir andere erreichen, überzeugen oder für etwas gewinnen möchten.

Im Kundengespräch macht genau das den Unterschied

Stell dir vor, du erklärst einem potenziellen Kunden dein Angebot ausführlich und gehst auf Hintergründe und Zusammenhänge ein.

Bei einem Menschen schaffst du damit Vertrauen. Er merkt, dass du dich auskennst und sorgfältig arbeitest. Ein anderer verliert längst den Faden. Ihn interessieren vor allem drei Dinge: Was bringt mir das? Was kostet es? Wie geht es weiter?

Ein dritter Kunde möchte zuerst ein Gefühl für dich als Person bekommen. Für ihn entsteht Vertrauen weniger durch viele Informationen, sondern durch den persönlichen Kontakt.

Dasselbe Angebot, dieselbe fachliche Kompetenz. Trotzdem entstehen völlig unterschiedliche Gespräche.

Gute Kommunikation bedeutet nicht, sich bei jedem Menschen neu zu erfinden oder es allen recht machen zu wollen. Es geht darum, wahrzunehmen, was dein Gegenüber braucht und die eigene Kommunikation entsprechend einzusetzen.

Menschenkenntnis beginnt mit Beobachten

Bei Kommunikation konzentrieren wir uns schnell auf die richtigen Worte. Dabei beginnt ein gutes Gespräch viel früher: bei der Wahrnehmung des Menschen vor uns.

Braucht mein Gegenüber eher Tempo oder Zeit? Möchte dieser Mensch Details oder zunächst einen Überblick? Sucht er den Austausch oder möchte er seine Gedanken erst selbst sortieren?

Achte darauf, wie dein Gegenüber Fragen stellt, wie ausführlich es antwortet und wie es auf Vorschläge reagiert. Wer sofort nach dem Ergebnis fragt, möchte schnell auf den Punkt kommen. Wer zuerst die Zusammenhänge verstehen will, braucht mehr Informationen und Zeit.

Wer solche Unterschiede erkennt, hat mehr Möglichkeiten, ein Gespräch zu führen. Das spielt im Verkauf und im Kundenkontakt eine Rolle, genauso in Teams, in der Führung und im privaten Umfeld.

Der Blick auf andere beginnt bei der eigenen Persönlichkeit

Um andere Menschen besser einschätzen zu können, lohnt sich zuerst der Blick auf die eigene Art.

Wie kommunizierst du? Wie schnell denkst und entscheidest du? Was ist dir in einem Gespräch wichtig? Was verändert sich, wenn du unter Druck gerätst?

Gerade das, was für uns selbstverständlich ist, nehmen wir bei uns selbst kaum wahr. Du empfindest dich als unkompliziert und lösungsorientiert, während andere Mühe haben, deinem Tempo zu folgen. Du erklärst Dinge ausführlich, weil dir Sorgfalt wichtig ist. Was für dich Gründlichkeit bedeutet, kommt bei einem anderen als umständlich an.

Deine Persönlichkeit prägt deine Kommunikation. Deine Wirkung entsteht im Zusammenspiel mit deinem Gegenüber.

Persönlichkeit wird interessant, wenn wir sie nutzen

Mich interessiert an Persönlichkeit nicht nur die Frage, wie jemand ist, sondern was wir mit diesem Wissen anfangen.

Wenn du verstehst, wie du kommunizierst, wie du auf andere wirkst und worin sich dein Gegenüber von dir unterscheidet, setzt du deine natürlichen Stärken bewusster ein, erkennst Missverständnisse früher und passt deine Kommunikation an, ohne dich zu verbiegen.

In meiner Persönlichkeitsanalyse beschäftigen wir uns mit deiner Persönlichkeit, deinen Stärken und deiner Wirkung auf andere. Psychologisches Face Reading nutze ich dabei als Zugang zur Selbstreflexion. Im Coaching erarbeiten wir, wie du diese Erkenntnisse im Beruf und im persönlichen Alltag einsetzen kannst.

Menschenkenntnis bedeutet nicht, jemanden möglichst schnell einzuordnen. Sie bedeutet, Unterschiede wahrzunehmen, sie zu verstehen und besser mit ihnen umzugehen.

Gute Kommunikation beginnt damit, zu verstehen, wer vor dir sitzt und wie du selbst auf andere wirkst.

Möchtest du verstehen, wie du auf andere wirkst und wie du deine Stärken in Gesprächen gezielter einsetzen kannst?

Im kostenlosen 15-minütigen Erstgespräch besprechen wir, was dich beschäftigt und wie ich dich dabei unterstützen kann.

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Warum kosten uns manche Menschen so viel Energie?